11 Jahre (1938)

Erwartungsvolle Stille
liegt über Wald und Feld;
im Osten färbt der Himmel sich,
die Sonn‘ kommt auf die Welt.

Durch purpurroten Vorhang bricht
sie mit der Strahlen Macht;
ihr klarer, heller, goldner Schein
vertreibt die schwarze Nacht.

Nun jubelt freudig, Mensch und Tier
und was sich sonstens freut.
Nicht immer ist ein schöner Tag
so wie der heutige heut‘.

Und geht es einstmals nicht so gut,
denkt dennoch froh zurück.
Und hofft auch: immer bleibt’s nicht so,
es kommt doch noch ein Glück.

Und seid ihr der Gewissheit nah,
fort sind dann Angst und Sorgen,
und fröhlich schaut ihr wieder dann
in den kommenden Morgen.